Neue positiv Getestete in 94 österreichischen Bezirken

Hinweise:

Achtung!!! Änderung in der Erfassung der Covid-19-Infektionen ab 6. Oktober 2020: „Grund dafür ist eine Änderung bei der Erfassung der Fälle. Diese wiederum fußt auf einer Umorganisation des Dashboards, das künftig übrigens nur noch einmal täglich, jeweils um 14 Uhr, aktualisiert wird. „Bisher wurde es vom Gesundheitsministerium auf Basis der täglichen Meldungen aus den Bundesländern ans Innenministerium geführt. Nun wird es von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) übernommen, die sich allein auf das Epidemiologische Meldesystem (EMS) stützt, das von den Bezirksbehörden und den Labors bestückt wird. Die Neuerung sei lange geplant und werde zu besseren statistischen Auswertungen führen, heißt es aus dem Büro Anschober. Laut dem alten Dashboard waren am Dienstag wie gesagt 9.207 Covid-19-Infektionen aktiv. Laut der neuen Ages-Zählung waren es 11.274 – über 2.000 Fälle mehr. "Das hat mit dem Einmelden genesener Personen ins EMS zu tun. Bisher nannten die Bundesländer täglich deren Gesamtzahl. Nun werden nur jene Fälle als Genesene erfasst, die für das EMS in den Bezirken oder Labors als solche von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern einzeln abgehakt wurden. Das dauert seine Zeit", erklärte ein Sprecher Anschobers. Bis es zu einem Wiederangleichen an die Zahl aktiver Corona-Infektionen aus dem alten Dashboard komme, werde es "einige Tage dauern". Eine weitere – wenn auch deutlich geringere – Abweichung wird es im neuen Dashboard auch bei den Todesfällen geben. Hier folgt die Ages den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und zählt fast alle mit einer Covid-19-Infektion Verstorbenen als "Corona-Tote" (außer es gibt eine eindeutige alternative Todesursache, die nicht mit der Covid-Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden kann). Aus diesem Grund werden von der Ages elf zusätzliche Todesfälle ausgewiesen. (Der Standard unter https://www.derstandard.at/story/2000120537923/neue-zaehlweise-und-rekordhoch-die-corona-zahlen-steigen-weiter-an)

Seit 6. August 2020 gibt es vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien einen Virus-Atlas unter

https://map.geo.univie.ac.at/virus_atlas/index.php?lang=de  

Meine selbsterzeugten Bezirksbilder finden Sie hier: Covid_Bezirksbilder vom 21. Juni bis zum 21. August_2020.

 

Update am 26. Oktober, Daten von 15:00 Uhr

Hier wird der Verlauf der jüngsten Neuansteckungen in Zahlen und einer Grafik dargestellt, die auch Reproduktionsziffern zeigt.

Bei den Ergebnissen der letzten Wochen wird von einer – wenn auch langsamen - Expansion der Pandemie gesprochen. Die Standard-Argumentation in den Medien ist, dass die Reproduktionszahl R, wie auch immer definiert als Quotient (Zugänge durch Abgänge) oder als Differenz (Zugänge minus Abgänge) zur/von der „Badewanne“ der Erkrankten (=aktuell Angesteckten), anzeigt, dass wir weniger Abgänge von aktuell Infizierten haben als Zugänge. Die weitere Entwicklung zeigt ein Hin und Her von expansiven und (seltener) kontraktiven Phasen. Man kann sie der Grafik entnehmen.

Zur besseren Übersicht habe ich im folgenden Bild auch die Zahl der täglich positiv Getesteten in die Grafik eingefügt (in rot, linke Skala). Der Unterschied zur schwarzen Netto-Kurve besteht in der Zahl der täglich Genesenen bzw. Verstorbenen. In den letzten zwei  Wochen expandierte die Epidemie beständig (d. h. die aktuell Infizierten werden täglich mehr), die Expansionsrate wird aber wegen der höheren Zahl der Genesenen langsam schwächer, am 30. August und am 1. September sogar negativ. Mit 7. Oktober ist aber ein absoluter Höchstwert erreicht worden. Die erhöhten Neuansteckungszahlen weisen nicht auf ein baldiges Ende der Pandemie in Österreich hin.

Am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, gab es 2704 Neuansteckungen insgesamt, etwas mehr als gestern. 96 % der Bezirke haben zusätzliche Ansteckungen. Die hotspots mit 10 Neuansteckungen und mehr lagen in Wien (436 !!!), Salzburg (Stadt+Land) (146 !!!), Innsbruck (Stadt+Land) (114 !!!), Krems(Stadt+Land) (91 !!!), Sankt Johann im Pongau (84 !!!), Linz (Stadt+Land) (82 !!!), Vöcklabruck (72 !!!), Graz (Stadt+Land) (69 !!!), Kufstein (66 !!!), Rohrbach (54 !!!), Gmunden (51 !!!), Steyr (Stadt+Land) (50 !!!), Grieskirchen (49 !!!), Urfahr-Umgebung (48 !!!), Bregenz (47 !!!), Freistadt (47 !!!), Wels(Stadt+Land) (47 !!!), Schwaz (45 !!!), Klagenfurt (Stadt+Land) (42 !!!), Amstetten (41 !!!), Oberwart (41 !!!), Ried im Innkreis (40 !!!), Schärding (40 !!!), Dornbirn (37 !!!), Korneuburg (37 !!!), Tulln (36 !!!), Liezen (inkl. Gröbming) (35 !!!), Hallein (34 !!!), Sankt Pölten (Stadt+Land) (34 !!!),  Eferding (33 !!!), Feldkirch (33 !!!), Wiener Neustadt(Stadt+Land) (33 !!!), Zell am See (31 !!!), Lienz(29 !!!), Mödling (29 !!!), Perg (29 !!!), Bruck-Mürzzuschlag (28 !!!), Braunau am Inn (25 !!!), Gmünd (20 !!!), Landeck (20), Melk (20 !!!), Oberpullendorf (19), Villach(Stadt+Land) (19), Leibnitz (18), Baden (17), Eisenstadt (Stadt+Land) (17), Imst (17), Südoststeiermark (15), Kitzbühel (14), Bruck an der Leitha (13), Gänserndorf (12), Jennersdorf (12), Lilienfeld (12), Bludenz (11), Deutschlandsberg (11), Feldkirchen (11), Leoben (11), Murtal (11) und Tamsweg(10).

 

 

Das folgendes Bild gibt die tatsächlichen täglichen Neuansteckungszahlen seit 8. März wieder (schwarze Linie). Aus den Daten ab 1. Juni ist auch mit bloßem Auge ein Aufwärtstrend zu erkennen, der statistisch nachgewiesen werden (rote Linie) kann. Der Trend aus den Daten der letzten Tage (seit 6. September) zeigt noch stärker aufwärts, ist aber weniger sicher. Meine Schlussfolgerung ist: Es sind auf jeden Fall die Anstrengungen zu verstärken, weitere Ansteckungen zu minimieren, um die zweite Welle so klein wie möglich zu halten, denn die Neuansteckungen nähern sich den Spitzenwerten der täglichen Neuansteckungen der ersten Welle Anfang April. Der Trend wird fortgeschrieben und soll zeigen, ob und wann die tatsächliche Entwicklung hinter dem Aufwärtstrend seit 1. Juni zurückbleibt – wie wir alle hoffen.

 

 

Hier kommt noch das letzte Bezirksbild, das ich erzeugt habe: Vom 21. auf den 22. August gab es in Österreich insgesamt 236 Ansteckungen, 134 (!!!) davon in Wien. Die neuen Schwerpunkte der Ansteckungen (mehr als 10 innerhalb der letzten fünf Tage) verteilen sich auf Wien (722 !!!), Linz(Stadt) (60 nicht sichtbar), Linz-Land (45), Graz (Stadt) (48), Wels (Stadt) (37), Innsbruck-Stadt (33), Salzburg(Stadt) (29), Kufstein (26), Salzburg-Umgebung (24), Wels-Land (20), Baden (20), Schwaz (18), Braunau am Inn (18), Steyr(Stadt) (16), Bludenz (12), Gänserndorf (12), Sankt Pölten(Land) (12), Korneuburg (12) und Mödling (11).

Die Neuansteckungen der letzten fünf Tage je 10 000 Einwohner sind wie folgt verteilt. Die 10 höchsten Ansteckungsraten während der letzten fünf Tage haben Wels(Stadt), Steyr(Stadt), Wien(Stadt), Linz-Land, Linz(Stadt), Wels-Land, Innsbruck-Stadt, Kufstein, Schwaz und Reutte.

 

Die Darstellung der Ansteckungen auf Bezirksebene wird ab Sonntag, den 23. August nicht mehr fortgeführt. Bezirkskarten mit den gesamten Ansteckungen gibt es auf der homepage des ORF unter https://orf.at/corona/stories/daten/.

Derzeit stellt sich die Frage, wie sich in dieser Phase der Epidemie die lokalen Ansteckungsherde vermeiden lassen. Ohne spezifische Maßnahmen wird die Pandemie nicht zu stoppen sein. Meine Überlegungen gehen in die Richtung einer präventiven und proaktiven Identifizierung von Ansteckungsmöglichkeiten auf möglichst kleinräumlicher Ebene in Verbindung mit spezifischen Maßnahmen der Verhütung von Ansteckungen. Eventuell könnten die Wahlsprengel als geografische Einheit festlegt werden. Auf diesem Wahlsprengelniveau könnten Zonen und Bereiche mit hoher Personendichte (Verteilerzentren, Lagerhallen, Klöster, Asylheime, größere Feiern und Veranstaltungen, Gottesdienste, Fitnesszentren usw.) identifiziert und mit den Betroffenen Sicherheitsmaßnahmen verabredet werden. Bisherige Maßnahmen zur Rückverfolgung von Ansteckungsketten und der Test bei RückkehrerInnen aus dem Ausland oder aus besonders gefährdeten Regionen im Inland (siehe Ischgl) sollten fortgesetzt werden.