Do 21.02.2008 10:35
Peter Fleissner an Georg Quaas
Vielen Dank für die Antwort. Ich möchte
Sie nicht in Zeitnot bringen. Bitte antworten Sie doch, wann immer es für Sie
passt.
Ich gehe in (evolutionären) Schritten
vor, indem ich vom Abstrakten zum Konkreten aufsteige.
1. Meine erste abstrakteste Annäherung
an die Werttheorie geht von einem stofflichen Konzept aus.
2. Der nächste schließt Dienste über den
Markt ein. Dieses Konzept kann - wie Sie m.E. richtig vermuten - nur dann
widerspruchsfrei umgesetzt werden, wenn sich diese Dienste keinen Mehrwert
aneignen. Dienstleistungen erzeugen ja auch keinen Beitrag zum Mehrprodukt. Das
scheint mit dem physiokratischen Konzept mehr oder weniger identisch zu sein
und dem MPS System zu entsprechen.
3. Der nächste Schritt wäre im Sinn von
Marx eine Wertmodifikation. Hier können Sie den Diensten entweder Mehrwert nach
Arbeitszeit zuteilen, oder aber gleich Produktionspreise berechnen, also das
bewertete Mehrprodukt nach der Höhe des Kapitalvorschusses auf- bzw. zuteilen.
Dann ist aber der geschaffene Mehrwert der stofflichen Sektoren nicht mehr von
diesen aneigenbar, denn die Dienste haben mitgenascht. Das wäre eine Annäherung
an die Ist-Preise, die wir im I-O Konzept nach SNA finden.
Alle Modifikationen müssen bei invarianter
sozio-technischer Situation (Technologie und Konsum invariant, also die A und
die C-Matrix) immer der Bilanzgleichung genügen, dass in jedem Preissystem die
Summe aller Profite (oder, wenn Sie wollen, der sektoral angeeigneten
Mehrwerte) der Summe des zu diesen Preisen bewerteten Mehrprodukts ist. Dies
steht allerdings im Widerspruch zur Marxschen Sicht des
Transformationsproblems, wonach sowohl die Wertsumme als auch die Mehrwertmasse
vor und nach der Transformation gleich bleiben soll. Das geht m.E. nur in
Sonderfällen. M.E. bleibt aber die Summe aller Profite bei unterschiedlichen
Preissystemen nicht gleich (oder die Wertsumme).
Beste Grüße und herzlichen Dank
Dr Peter Fleissner