7. Juni 2008
Peter Fleissner an Wolfgang Hoss
Sehr geehrter Herr Hoss,
Danke für Ihre ausführliche e-mail mit Ihrem Vorschlag zur empirischen Berechung von
Werten und deren Vergleich mit den empirischen Preisen.
Meiner Meinung nach lassen
sich Preissysteme mit ausgeglichenen Profitraten durchaus auch auf der Basis
nicht ausgeglichener Mehrwertraten bestimmen. Es kommt nur darauf an, dass
gleiche Profitraten auf den Kapitalvorschuss der einzelnen Sektoren
aufgeschlagen werden. Ob dabei die Mehrwertraten konstant sind oder nicht ist
meiner Meinung nach nicht wesentlich. Es geht nur darum, wie viel variables
Kapital der Kapitalvorschuss enthält (was von der Umschlagszeit abhängig ist,
die wir leider nicht kennen, genauso wenig wie das fixe Kapital in Österreich).
Konstante Mehrwertraten sind m.E. bei Marx in den
Beispielen als Vereinfachung vorausgesetzt.
Umgekehrt kann man aber aus
den Ist-Preisen, die unterschiedliche Mehrwertraten besitzen, eine
hypothetische Lösung ermitteln, die ausgeglichene Mehrwertraten besitzt. Nachstehend die Berechnung von
Arbeitswertstrukturen, wenn nur die materielle Produktion als wertbildend angenommen ist, und danach die hypothetische
Struktur bei ausgeglichenen Mehrwertraten.

Figure 3: Labour values (only material production creates
value), Austria 2003, 57 branches of production

Figure 4: Labour values (only material production creates
value), equal rates of surplus value, Austria 2003
Lösungen für 57 Branchen im
Vergleich mit den Brutto-Produktionswerten der üblichen Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechung in Österreich 2003 (Input-Output Tafel) finden Sie in meiner e-mail
Nr. 9 vom 8. März.
Ich gebe das Ergebnis in EUR
umgerechnet teilweise hier nochmals wieder. Die Formeln der Berechnung der „Arbeitswerte
klassisch“ (keine Unterschiede zwischen materieller Produktion und
Dienstleistungen) und der Produktionspreis-Näherung
(kein Unternehmerkonsum aus den Profiten, kein fixes Kapital, Umschlagszeit = 1
Jahr, Steuern zum Mehrwert gerechnet) finden Sie in meiner e-mail
vom 31. Mai.
Hier kann man die Arbeitswerte
im Vergleich mit dem BPW sehen(Vertikale Achse: Brutto-Produktionswert,
horizontale Achse: Branchennummer).

Nachstehende Grafik enthält
die Produktionspreise


Die organische Zusammensetzung ist als v/(c+v) definiert.
Vergleicht man die so
gefundenen Preissysteme mit den Ist-Preisen, erhält man fo
Plain absolute values
|
Correlation coefficients (plain absolute values) |
Actual
values |
Classic
labour values |
Material
production only |
Prices
of production |
|
Actual
values |
1.000 |
0.883 |
0.802 |
0.952 |
|
Classic
labour values |
0.883 |
1.000 |
0.898 |
0.900 |
|
Material
production only |
0.802 |
0.898 |
1.000 |
0.821 |
|
Prices
of production |
0.952 |
0.900 |
0.821 |
1.000 |
Logarithmic values
|
Correlation
coefficients (logarithmic values) |
Actual
values |
Classic
labour values |
Material
production only |
Prices
of production |
|
Actual
values |
1.000 |
0.973 |
0.954 |
0.986 |
|
Classic
labour values |
0.973 |
1.000 |
0.983 |
0.967 |
|
Material
production only |
0.954 |
0.983 |
1.000 |
0.953 |
|
Prices
of production |
0.986 |
0.967 |
0.953 |
1.000 |
Die Daten der Input-Output-Analyse, die auch eine
Arbeitszeitstatistik (in Personenjahren bzw. in geleisteten Arbeitsstunden)
enthalten, erlauben eine ziemlich genaue Bestimmung der Arbeitswerte, da sie
die Verflechtungen der Vorleistungen zwischen den Sektoren angeben (betrifft
das konstante zirkulierende Kapital), die bei Branchendaten ohne Verflechtung
fehlen. Genaueres kann man bei den statistischen Zentralämtern nachlesen (siehe
http://www.statistik.at/web_de/wcmsprod/groups/gd/documents/stddok/029344.pdf#pagemode=bookmarks
)
Beste Grüße
Peter Fleissner